Vint Serf. Foto: Joi ItoVint Serf, aufgrund seiner Rolle bei der Entwicklung des ARPANets oftmals als “Vater des Internets” bezeichnet, sorgt sich über “bit rot”, den Verlust des Zugangs zu Daten aufgrund nicht mehr vorhandener Plattform-Software: “Es ist schon heute teilweise schwierig alte Tabellenkalkulationen zu lesen, weil die Software, mit der die Daten erstellt wurden, nicht mehr unterstützt wird. Tausend Jahre alte Bücher dagegen sind noch immer lesbar, vorausgesetzt man beherrscht die Sprache, in der sie geschrieben wurden.”

Befragt zu seiner Rolle als Chief Internet Evangelist bei Google sagte Serf, dass er sich vorstellen koenne, dass sein Unternehmen sich dieses Problems annehmen wird. Es gehoere doch zu den Kernkompetenzen von Google, Daten zu speichern und allgemeinen Zugang zu ihnen zu geben.

Diese Aufgabe sei jedoch eine große Herausforderung, da hierfür die gesamte Kette von Software, Betriebssystem und Hardware emuliert werden müsse. “Und an jedem Glied dieser Kette hängt geistiges Eigentum.”

In der Tat kann man sich vorstellen, dass moegliche Urheberrechtsverletzungen im Softwarebereich wesentlich teuer werden koennten, als die 125 Mio Dollar, die Google im Oktober 2008 für das Scannen und Veroeffentlichen von Büchern unter Google Books in einem Vergleich zahlen mußte.