Twitter in aller Munde. Twitter, der #1 Microblogging Service, findet sich in Österreich seit einigen Monaten immer wieder in den Mainstreammedien. Seit Barack Obama es vorgemacht, Wilhelm Molterer es nachgemacht hat und nun auch der ORF ZiB2 Anchorman Armin Wolf innerhalb von 2 Wochen von 0 auf Platz 18 in der Liste der Top Twitter User Österreichs vorgestossen ist, mehren sich die Berichte über twitter in den Magazinen und Tageszeitungen Österreichs.

Zeit also twitter für unsere Kunden und Leser zu evaluieren und abzuschätzen, wie es sinnvoll im Business Kontext verwendet werden kann. Dieser Teil des Artikels beschäftigt sich mit dem Einsatz von Microblogging Software zur firmeninternen Online-Kommunikation und nennt Gründe, wann und wie der Einsatz Sinn machen kann. Teil 2 beschäftigt sich mit den Marketingmöglichkeiten von twitter und wird in den nächsten Wochen veröffentlicht.

Was genau ist nun twitter: Kurzgesagt könnte man twitter beschreiben mit: “Wie Skype, aber alle können mitlesen”. Im Detail beschreibt es Wikipedia: Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer empfangen. Diese Interaktion muss nicht über die Webseite von twitter geschehen, es gibt mittlerweile für alle Betriebssysteme Desktop-Clients und auch für die wichtigsten Mobiltelefone stehen Applikationen bereit. Textnachrichten kann man dabei via Email, Desktopclient, Web-Interface und SMS senden wie auch empfangen.

Die Nutzung und Reichweite von Twitter nahm im letzten Jahr weltweit stark zu, Compete reiht es an die 3. Stelle der Social Networks in den USA, die Verbreitung von Twitter ist in UK sogar noch höher als in den USA und hat im letzten Jahr um 1000% zugenommen. Diese Daten berücksichtigen übrigens nur Web-Traffic, der Zugriff auf twitter mittels Clientapplikationen (API) ist angeblich 10 x so hoch. Gesicherte Nutzungszahlen für einzelne Länder sind leider nicht verfügbar, laut einer aktuellen Studie im Web Evangelisten Blog gibt es allerdings nur 40.000 deutschsprachige Benutzer von twitter.

http://twitter.com/pxpsoftware

Die Verbreitung von twitter ist zwar für die Benutzung von Microblogginglösungen in Firmenintranets nicht wesentlich, zeigt aber das Wachstumspotential und die Nutzungsart dieser Kommunikationsform.

Warum sollten sie sich über die Installation eines firmenweiten Microbloggingdienstes Gedanken machen? Die elektronische Kommunikation in Firmen läuft in vielen Fällen über Email und Instant Messenger (IM), die Relevanz dieser Informationen ist meist hoch und die Halbwertszeit der Inhalte kurz. Die Empfängerlisten von Emails werden vom Sender bestimmt und tendieren dazu entweder zu viele oder zu wenige Empfänger einzuschliessen. Ein oft gesehenes Szenario: Ein Kollege schickt eine Frage an einen grossen Empfängerkreis und erhält die Antwort als Direktmail. Diskussionen in Instant Messenger sind fast immer bidirektional, laufen oftmals über Fremdfirmen (Skype, Yahoo, Google, MSN) und sind weder zentral steuerbar noch durchsuchbar. Überlegen sie kurz, wieviel wertvolles Knowhow in dieser Kommunikation steckt und wieviel Geld sie Jahr für Jahr verlieren, weil wesentliche Personen in ihrer Firma von relevanten Informationen abgeschnitten sind oder von irrelevanten Informationen aus dem Arbeitsfluss gerissen werden. Grund genug, sich über eine Optimierung Gedanken zu machen.

Ein Microbloggingservice kann dabei helfen, den Knowhowtransfer innerhalb von Firmen zu demokratisieren und zu steigern. Ein wesentliches Merkmal ist dabei die Offenheit der Kommunikation. Jede Nachricht ist daher grundsätzlich für jeden lesbar, sofern der Sender nicht aktiv Nachrichten als “geheim” einordnet. Interessierte Personen können Themen oder Kollegen abonnieren und so eine Ad-Hoc Community of Practice aufbauen. Die gerichtete Ansprache konkreter Personen ist zwar möglich, die Diskussion kann aber trotzdem von anderen verfolgt und mitgeführt werden. Dort wo Geheimhaltung notwendig ist, kann über Direktnachrichten kommuniziert werden.

Diese Offenheit kann natürlich auch Ängste schaffen und muss in einem erfolgreichen Projekt früh mitbedacht werden. Eine Abkehr von gewohnten Arbeitsweisen erfordert immer einen begleitenden Change Management Prozess, die Vorteile wiegen diese Aufwände aber auf.

Die Kürze der Microbloggingnachrichten (normalerweise 140 Zeichen) zwingt zu Präzision und fördert den Aufbau einer separaten Wissensdatenbank, weil in den Kurznachrichten oftmals auf Webressourcen verlinkt werden muss. Jede Nachricht erhält eine eindeutige URL (wichtig für Referenzierung), der gesamte Datenbestand kann jederzeit durchsucht werden.

Wie können sie nun Microblogging für ihr Intranet nutzen? Sie sind natürlich nicht gezwungen, ihre Firmenkommunikation über twitter zu führen. Je nach Wunsch existieren sowohl gehostete SaaS (Software as a Service) Plattformen als auch Software, die im Haus installiert werden kann.

Mit Laconica existiert eine Open Source Microblogging Software, die ein breites, an Twitter angelehntes Featureset bietet und im firmeneigenen Intranet installiert werden kann. Hinter der Entwicklung steht die kanadische Firma Control Yourself, Inc., auf Basis von laconica wird der mittlerweile recht bekannte twitter Konkurrent identi.ca betrieben. Laconica ist technisch kompatibel zu twitter, weshalb bereits viele Desktopapplikationen auch im Intranet eingesetzt werden können. Hervorzuhoben ist die Cross-Plattform Applikation twhirl.

Zwei bekannte Vertreter von an Businesskunden gerichtete Microblogginglösungen, Yammer und present.ly, bieten ihre Applikation sowohl in einer SaaS (gehostet) als auch mittlerweile in Self-Hosting Variante an. Beide Produkte sind beeindruckend bezüglich ihres Funktionsumfangs und bieten viele Businessfunktionen wie BlackBerry- und iPhone Applikation, Gruppenfunktionalität, Attachments und Integration mittels API.

Einen ausgezeichneten Artikel zum Thema finden sie auch im Blog von Jeremiah Owyang von Forrester Research: List of Enterprise Microblogging Tools: Twitter for the Intranet

Die Auswahl der passenden Lösung ist je nach konkreter Anforderung zu treffen und sollte bezüglich Komplexität nicht unterschätzt werden. Mit der Installation ist es nicht getan, die Einführung eines erfolgreichen Microbloggingssystems erfordert viel Erfahrung in der Planung von Intranetapplikationen. Wenn sie bereits eine etablierte Online Collaboration Lösung in ihrem Intranet betreiben macht es weiters Sinn, sich über die Art der Integration von Microblogging Gedanken zu machen. Vereinbaren sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit Experten von PXP, um die für sie passende Lösung zu finden. PXP betreut sie gerne bei der Auswahl, Anpassung und Einführung eines Microblogginsystems in ihrem Intranet.