Im Rahmen unserer Umsetzungsprojekte erkennen wir immer wieder, dass Magento zwar in vielen Bereichen ausgezeichnet ist, aber einige Punkte im Moment noch fehlen. Das Magento Projekt ist jung (Version 1.0 hatte ein Release Date im März 2008). Gemeinsam mit der ersten offiziellen Release ging auch Magento Connect an den Start. Magento Connect ist der Platz, wo die Community Ihre Module (kostenpflichtig oder kostenfrei) präsentiert und zum Download anbietet. Nun sind fast zwei Jahre vergangen und auf Mangento Connect werden über 1700 Erweiterungen präsentiert. Diese beeindruckende Zahl zeigt, dass mit Magento für viele Bereiche eine gute e-Commerce Plattform geschaffen wurde. An der letzten Meet Magento hat Roy Ruben ganz klar Connect als wesentliches, strategisches Element bezeichnet, um ein funktionierendes Ökosystem um Magento herum zu bauen.
Doch welche Module erachten wir als wesentlich? Mit welchen hat PXP in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht?

Mehrsprachigkeit

Für jeden international agierenden Kunden ist eine mehrsprachige Plattform absolut notwendig. Auf Magento Connect stehen ca. 30 Sprachen zu Verfügung. Besonders wichtig für Plattformen, die innerhalb der EU laufen: es sind alle europäischen Sprachen verfügbar. Sollte mal das eine oder andere Wort nicht perfekt übersetzt sein, kann man es jederzeit über die translation.csv korrigieren. Das Modul für Deutsch: Germany Language Pack

Fangento – Facebook Connect Social Shopping

Studien belegen es: Empfehlungen von Freunden führen wesentlich öfter zu einem Kaufabschluss als herkömmliche Produktberichte. Fangento führt Facebook Notifications mit Magento zusammen. Der Kunde kann direkt im Shop mit seinen Freunden in Kontakt treten und ohne (!!) die Plattform zu verlassen deren Rat einholen. Aktuell steht dieses Modul nur für das Modern Theme zu Verfügung, aber wir haben es auch schon ohne Probleme mit anderen Themes eingesetzt.

Delete Orders

Gerade während der Umsetzung und den ersten Testphasen will man Kreditkartentransaktionen, Mailversand, Tracking URLs und vieles mehr testen. Mit der Zeit ist das Magento Admin Interface voll von Testbestellungen, die man im Standard nicht mehr entfernen, sondern nur stornieren kann. Dies ist nach unserem Verständnis auch korrekt von Varien umgesetzt, doch es gibt immer wieder die Notwendigkeit, eine Bestellung auch einmal wirklich zu löschen.

Kreditkartenmodule

Ich erinnere mich an Jänner 2008 zurück. Da haben wir bei einem großen, österreichischen Kreditkartenanbieter angefragt, ob es ein Magento Modul geben wird. Wir wollten ja schließlich nicht das Rad neu erfinden, sondern gleich auf eine vom Hersteller zertifizierte Schnittstelle zurückgreifen. Damals bekamen wir die Antwort: “Magento? Was ist das? Wir unterstützen nicht jedes kleine Webshopsystem – uninteressant”. Auch mehrmalige Erklärungen, dass da nicht irgendein neues Shopsystem kommt, sondern eine zukunftsträchtige Lösung, hat nur Unverständnis ausgelöst. Heute, zwei Jahre später, gibt es für alle wichtigen Payment Gateways offizielle Schnittstellen und zum Teil auch Schnittstellen, die von dem Magento Core Team erstellt wurden. Vor der Auswahl eines Payment Anbieters daher sicherheitshalber bei Magento Connect nachsehen, für welche es schon ein Modul gibt – Sie sparen sich viel Zeit.

B2B – Berechtigungskonzepte

Business 2 Business ist aus unserer Sicht bei Magento noch eine Schwachstelle. Zum Teil existieren Lösungen, aber hochkomplexe Umsetzungen, die wir als Partner von Hybris schon seit vielen Jahren kennen, sind bei Magento voraussichtlich erst auf der Roadmap. Die Spezialisten von PXP konnten aber mit der Magento Extension Customer Configurable Group Catalog bereits eine feine, kleine B2B Implementierung umsetzen. Aufwändigere Module mit Umsetzungen von Kostenstellen, Benutzerberechtigungskonzepten innerhalb von Unternehmen usw. sind nur mit erhöhtem Aufwand möglich (bietet Hybris Out of the box mit dem B2B Template).

OneStepCheckout

Magento hat mit seinem OnePage Checkout eine, aus unserer Sicht, wesentlich klarere, übersichtlichere Struktur als XT-Commerce 3, OSC, VirtualMart, usw. gewählt. Um Abbrüche beim Zahlungsprozess zu minimieren, muss der gesamte Warenkorb-Prozess bis zum Absenden der Bestellung (ähnlich wie bei Amazon) übersichtlich und vor allem einfach gehalten werden. Unnötige Navigationselemente, Boxen usw. dürfen dort nicht angezeigt werden. Mit der Standardlösung von Magento ist dies zwar gut gelungen, aber aus unserer Sicht nicht gut genug. Es wurde der OnePage Checkout Prozess auf 6 AJAX Elemente verteilt. Das es einfacher gehen kann, zeigt die (leider) kommerzielle Lösung OneStepCheckout – sauber aufgeräumt und der gesamte Zahlungsprozess findet nur auf einer einzigen AJAX Seite statt.