Richard Maul
Vormals PXP Mitarbeiter, jetzt Berater und Gründer von Banama Incmit Sitz im Silicon Valley.Weitere Beiträge des Autor:
Jimmy Wales, Wikipedia: “Nutzer-generierte Inhalte sind die ideale Werbeplattform für (manche) Markenartikler”
21. April 2009 von Richard Maul
Tags: CGM, nutzer-generierte Medien, social media
Als Gründer von Wikipedia, der bis heute erfolgreichsten Website mit nutzer-generierten Inhalten, kennt Jimmy Wales sich bestens aus mit den Websites, die ohne bezahlte Redaktion auskommen.

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia
Wikipedias Kennzahlen sind beeindruckend: Mit 2,8 Millionen Artikeln in Englisch und fast einer Million Artikeln in Deutsch ist Wikipedia die Nummer 7 der meistgenutzten Websites weltweit. Die Inhalte werden ausschließlich von den Nutzern selbst erstellt und verifiziert. Das 25-köpfige Wikipedia-Team in San Franzisko ist ledigleich für Software und Server zuständig – und natürlich für die PR der Non-Profit-Organisation.
Wikipedia wird über Spenden finanziert und kommt deshalb ohne Werbung aus. Für viele andere Websites mit nutzer-generierten Inhalten (englisch: CGM) ist das Geschäftsmodell bis heute nicht geklärt. Jimmy Wales erklärte heute auf der ad:tech 2009 in San Franzisko, dass solche Websites zukünftig zu einer bevorzugten Werbeplattform für Markenartikler werden können, solange es sich um erklärungsbedürftige Produkte handelt: “Die Kosten sind bislang extrem niedrig und das Involvement der Nutzer ist riesengroß.”
Auf den Einwand, dass die Inhalte bei CGM nicht kontrollierbar seien, antwortet Wales mit der Wikipedia-Erfahrung: Die Community organisiert die Kontrolle selbst.
Black Hat vs. White Hat im Suchmarketing
4. März 2009 von Richard Maul
Tags: Black Hat, SEM, SEO, Suchmarketing, White Hat
Ein gutes Ranking in der natürlichen Suche bei Google & Co ist bares Geld wert. Vielen Kaufentscheidungen geht inzwischen eine Internetrecherche voraus. Um diese Wertschöpfungskette herum ist eine ganze Dienstleistungsindustrie entstanden: die Suchmaschinenoptimierer. Innerhalb der Branche gibt es von jeher eine philosophische Diskussion darüber, welche Mittel den besten Erfolg versprechen: Legitime (White Hat) oder illegitime (Black Hat) Methoden.
Was erlaubt und was verboten ist entscheiden die Suchmaschinen in ihrem Bestreben, die Suchergebnisse relevant zu halten. Wer nach Aluminiumrohren sucht und auf einer Viagra-Website landet, ist das Opfer von Spamdexing geworden. Erlaubt ist die Benutzung von inhaltlich relevanten Suchbegriffen im HTML-Seitenkopf, verboten ist die kompakte Benutzung von Suchbegriffen im Body-Text. Verstösse gegen die i.d.R. unpublizierten Suchmaschinen-Gesetze werden mit einem niedrigen Ranking bestraft. Im schlimmsten Fall droht die komplette Verbannung der Website aus dem Index.
Wer in seinem Geschäft auf Kundenbindung und gute Reputation angewiesen ist, tut besser daran, einen grossen Bogen um all jene Dienstleister zu machen, die schnelle Erfolge im Ranking versprechen. Legitime Suchmaschinenoptimierung ist ein langsames Geschäft; der Erfolg der Optimierungsmassnahmen zeigt sich fast immer erst nach Monaten. Dafür ist er um so nachhaltiger.
Hier in den USA ist langsames, organisches Wachstum nicht unbedingt wohl gelitten. Es gilt als clever, mit nicht ganz sauberen Methoden die eigene Website auf Kosten unwissender Aussenstehender nach oben zu pushen. Eine Websuche nach „Black Hat SEO“ gibt eine Ahnung von der Diversifizierung der Industrie.
Leider funktionieren Black-Hat-Methoden tatsächlich in einem gewissen Rahmen – zumindest solange der Zeithorizont der promoteten Website nur wenige Tage oder Wochen beträgt. Ist eine Website entgültig verbrannt, beginnt das schmutzige Spiel mit neuen Domains von vorn.
Für alle Websites mit einem Zeithorizont von mehr als vier Wochen gilt jedoch: Finger weg von Black-Hat-SEO-Methoden.
SMX West 2009: Der Vater des Internets sorgt sich über vergammelnde Daten
12. Februar 2009 von Richard Maul
Tags: Google, SMXwest09, Suchmarketing, Vint Serf
Vint Serf, aufgrund seiner Rolle bei der Entwicklung des ARPANets oftmals als “Vater des Internets” bezeichnet, sorgt sich über “bit rot”, den Verlust des Zugangs zu Daten aufgrund nicht mehr vorhandener Plattform-Software: “Es ist schon heute teilweise schwierig alte Tabellenkalkulationen zu lesen, weil die Software, mit der die Daten erstellt wurden, nicht mehr unterstützt wird. Tausend Jahre alte Bücher dagegen sind noch immer lesbar, vorausgesetzt man beherrscht die Sprache, in der sie geschrieben wurden.”
Befragt zu seiner Rolle als Chief Internet Evangelist bei Google sagte Serf, dass er sich vorstellen koenne, dass sein Unternehmen sich dieses Problems annehmen wird. Es gehoere doch zu den Kernkompetenzen von Google, Daten zu speichern und allgemeinen Zugang zu ihnen zu geben.
Diese Aufgabe sei jedoch eine große Herausforderung, da hierfür die gesamte Kette von Software, Betriebssystem und Hardware emuliert werden müsse. “Und an jedem Glied dieser Kette hängt geistiges Eigentum.”
In der Tat kann man sich vorstellen, dass moegliche Urheberrechtsverletzungen im Softwarebereich wesentlich teuer werden koennten, als die 125 Mio Dollar, die Google im Oktober 2008 für das Scannen und Veroeffentlichen von Büchern unter Google Books in einem Vergleich zahlen mußte.
Such-Marketing-Trends auf der SMX West
von Richard Maul
Tags: Search Marketing, SEM, SEO, SMXwest09, Suchmarketing

Auf der Search Marketing Expo West (SMX West) im sonnigen Santa Clara im Silicon Valley treffen sich heuer die Spezialisten einer noch immer jungen Industrie. Der zusammenfassende Begriff “Search Marketing” setzt sich mehr und mehr für die Branche durch und ersetzt die etwas holprigen Begriffe Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Preis-Pro-Klick-Marketing. Die Grenzen waren schon immer fließend und Industriekonsens ist, daß nur ein integrierter Ansatz der einzelnen Instrumente erfolgversprechend ist.
Platzhirsch Google dominiert die Konferenz mit dem größten Stand auf der Messe und einer ständigen Präsenz in den Foren und Präsentationen. In vielen Vorträgen klingt der Wunsch nach stärkerem Wettbewerb durch, aber Googles Stärke ist vor allem die Schwäche von Yahoo und MSN-Live. Yahoo verzichtet diesmal sogar auf einen Messestand.
Was sind die Suchmarketing-Trends? Bidmanagement-Software und Reporting-Integration sind sicher nicht neu, aber die Zahl der angebotenen Lösungen ist größer und die Qualität besser als in 2008. Dennoch bleibt Search Marketing vor allem Handarbeit. Das größte Potenzial liegt nach wie vor bei der Verbesserung der Usability und in suchmaschinenfreundlichen Design: Relevante Keywords im Seitentitel, selbsterklärende Navigation und gut geschriebene Texte. 70 Prozent aller Websites können diese niedrig hängenden Früchte mit relativ geringem Aufwand leicht ernten.
Mehr Details im nächten Beitrag.

